Energierohstoffe - Braunkohle


Abb. 1: Gewinnung von Braunkohle mittels Schaufelradbagger im Tagebau Welzow-Süd (Lausitzer Braunkohlenrevier, Brandenburg)

Definition

Braunkohle ist ein bräunliches bis schwarzes, brennbares Sedimentgestein. Sie besteht aus pflanzlicher organischer Substanz (Humuskohle). Braunkohle ist erdig bis bröcklig und meist weich. Ihr Wasseranteil beträgt bis zu 60 %, der Kohlenstoffgehalt liegt bei 65 bis 70 % in der wasserfreien Kohle, der Gehalt an nicht brennbaren Bestandteilen (Asche) bis zu 30 %. Teilweise sind in der Kohle noch Pflanzenstrukturen, z. B. Wurzelstöcke, erkennbar.

Entstehung

Braunkohle bildet sich bei subtropischem Klima durch Anhäufung und Umwandlung von Pflanzen. Im Bereich von Küstenniederungen, Flussmündungen und größeren Seen entstehen ausgedehnte Moore und Sumpfwälder mit Laub- und Nadelbäumen, verschiedenen Sträuchern und Wasserpflanzen. Nach ihrem Absterben versinken die Moorpflanzen im Sumpf und geraten unter Luftabschluss. Nun beginnt die Inkohlung, also die Umwandlung des pflanzlichen Materials in Kohle. Zunächst bildet sich Torf. Bei steigendem Wasserspiegel werden die Sümpfe überflutet und mit Sedimenten (Sande, Kiese, Tone) bedeckt. Unter wachsendem Druck und erhöhter Temperatur entsteht aus dem Torf Braunkohle. Die Kohleschichten (so genannte Flöze) sind durchschnittlich 5 - 15 m mächtig. Es können mehrere Flöze übereinander liegen, die durch andere Sedimente voneinander getrennt sind.

Wichtige Vorkommen

Rheinisches Braunkohlenrevier (westlich und nordwestlich von Köln): Tagebaue Hambach (mit 400 m unter der Erdoberfläche die tiefste Grube Deutschlands), Inden und Garzweiler I; Lausitzer Braunkohlenrevier (nordöstlich und südlich von Cottbus): Tagebaue Cottbus-Nord, Jänschwalde, Welzow-Süd, Nochten und Reichwalde; Mitteldeutsches Braunkohlenrevier (Raum Halle-Leipzig): Tagebaue Profen, Vereinigtes Schleenhain und Amsdorf; Helmstedter Revier (östlich Braunschweig).

Verwendung, wirtschaftliche Bedeutung

Braunkohle ist der wichtigste einheimische Energieträger und wird heute zu ca. 93 % als Brennstoff für die Stromerzeugung und für Fernwärme in Großkraftwerken (z. B. Frimmersdorf, Lippendorf, Jänschwalde) eingesetzt. Die verbleibenden 7 % werden zu Koks, Briketts, Kohlenstaub sowie zu Montanwachs für Asphalt, Pflegemittel (Schuhcreme), Farbstoffe u. a. veredelt. Die noch gewinnbaren Braunkohlenvorräte belaufen sich auf etwa 40 Mrd. t. Im Jahr 2005 betrug die Produktion in Deutschland 178 Mio. t (1. Platz in der Welt).


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