Metamorphite - Gneis


Verfalteter Gneis aus dem Schwarzwald (Länge ca. 15 cm)

Definition

Gneis ist mittel- bis grobkörnig, die Kristalle sind eingeregelt, d. h. sie sind in einer Richtung orientiert im Gestein angeordnet. Dadurch erscheint das Gestein geschichtet bzw. geschiefert. Gneis hat eine hell- bis dunkelgraue, teilweise rötlichgraue Farbe und ist häufig hell und dunkel gebändert oder verfaltet. Sehr große Kristalle können als „Augen“ in Erscheinung treten.

Entstehung

Gneis entsteht in der Erdkruste aus magmatischen oder sedimentären Gesteinen. Unter großem Druck und hohen Temperaturen wird das Gesteinsgefüge verändert, indem die Mineralkörner verformt und parallel zueinander eingeregelt werden (Schieferung). Durch die Schieferung ergibt sich eine Spaltbarkeit des Gesteins in eine bestimmte Richtung (plattige Spaltbarkeit). Teilweise kommt es zur Neubildung von Mineralen. Gneis enthält als Hauptminerale Feldspat (> 20 %), Quarz und Glimmer, weiterhin Hornblende und Pyroxen sowie beispielsweise Cordierit und Granat als neu gebildete Minerale. Der Name „Gneis“ stammt von "Geneus", einem alten Wort der sächsischen Bergleute für das Gestein zwischen den Erzgängen.

Wichtige Vorkommen

Schwarzwald, Odenwald, Oberpfälzer Wald, Bayerischer Wald, Thüringer Wald, Erzgebirge.

Verwendung, wirtschaftliche Bedeutung

Gneis wird als Naturwerkstein für Bodenplatten, Fassadenverkleidungen, Mauerwerk an Gebäuden und Trockenmauern verwendet. Sehr große wirtschaftliche Bedeutung im Hoch-, Tief- und Verkehrswegebau hat Gneis als gebrochener Naturstein für Schotter, Splitt (Bestandteil von Beton und Asphalt) und Gesteinsmehl.


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