Energierohstoffe - Steinkohle


Untertägige Gewinnung von Steinkohle im Ruhrgebiet

Definition

Steinkohle ist ein festes, brennbares, schwarzes Sedimentgestein aus umgewandelten Pflanzenmassen. Sie wird anhand ihrer flüchtigen Bestandteile (Gase) klassifiziert in Flammkohle (40 - 43 %), Gasflammkohle (35 - 40 %), Gaskohle (28 - 35 %), Fettkohle (19 - 28 %), Esskohle (14 - 19 %), Magerkohle (10 - 14 %) und Anthrazit (< 10 %). Steinkohle hat einen Kohlenstoff-Anteil von mehr als 75 %. (Alle % - Werte beziehen sich auf wasser- und aschefreie Kohle.)

Entstehung

Entstehung: Große Mengen abgestorbener Pflanzenreste reichern sich in Sümpfen und Mooren unter Luftabschluss an. Die Absenkung des Untergrundes führt zu einer immer wiederkehrenden raschen Überlagerung der Sumpfvegetation durch sandige und tonige Ablagerungen. In Verbindung mit gebirgsbildenden Kräften (Druck- und Temperaturzunahme) findet in der Biomasse der Ablagerungen eine relative Kohlenstoff-Anreicherung bei gleichzeitiger Sauerstoff-Abnahme statt und es bilden sich kohlenstoffreiche Gesteine, die so genannten Kohleflöze. Der Vorgang, der zur Kohlebildung führt, wird als Inkohlung bezeichnet. Dabei ist die Steinkohle gegenüber der Braunkohle stärker inkohlt, d. h. sie besitzt einen höheren Brennwert.

Wichtige Vorkommen

Ruhrgebiet, Saarland, Aachener Revier und Teutoburger Wald (Ibbenbüren: Anthrazitkohle).

Verwendung, wirtschaftliche Bedeutung

Steinkohle besitzt als Energieträger in Deutschland und auch weltweit eine herausragende Bedeutung. Die in Deutschland abbaubaren Steinkohle-Ressourcen werden auf rund 8 Mrd. t geschätzt. Im Jahr 2005 wurden im Inland nahezu 25 Mio. t Steinkohle gefördert. Die Gewinnung von Steinkohle erfolgt in Deutschland in Bergwerken. Die Nutzungsmöglichkeiten umfassen die Wärmeerzeugung, die Stromerzeugung und die Produktion von Koks, der als Brennstoff und als Reduktionsmittel bei der Eisenproduktion in Hochöfen eingesetzt wird.


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