Sedimentgesteine - Kies und Sand


Kiese und Sande in verschiedenen Korngrößen und Farben (Kiesgrube in Thüringen)


Gewinnung von Quarzsand im Raum Quedlinburg (Sachsen-Anhalt)

Definition

Sand bezeichnet ein Korngemisch aus verschiedenen Mineralen und Gesteinskörnern, wie z. B. Granit, Sandstein, Schiefer oder Kalkstein, in Korngrößen von 0,063 - 2 mm. Die Körner der Kiesfraktion haben einen Durchmesser von 2 - 63 mm. In der Natur treten Sande und Kiese sehr häufig als Gemenge feiner und gröberer Kornfraktionen auf. Die Farbe des Sandes oder Kieses wird durch die Gesteinsbestandteile, durch Neubildung von Eisenverbindungen (rötlich, braun) oder durch Tonminerale (z. B. grün) bestimmt.

Entstehung

Natürlich vorkommende Kiese und Sande sind Lockersedimente, die durch Verwitterung und Umlagerung aus zersetzten Festgesteinen entstehen. Die Sortierung wird durch die Art und die Kraft des Transportes beeinflusst, und man kann verschiedene Ablagerungsmilieus unterscheiden. In Flüssen werden Kiese und Sande durch die Strömung (fluviatil) transportiert und mit sinkender Transportkraft in Flussterrassen abgelagert. Durch eiszeitliche Schmelzwässer wurden während der großen Vereisungszyklen in so genannten Sandern und Urstromtälern großflächige Ablagerungen aus Kiesen und Sanden gebildet. Dagegen werden Strandsande durch die Kraft der Meereswellen (marin) umgelagert und z. B. in Strandwällen abgelagert. Eine dritte wichtige Transportart für Sande ist der Windtransport (äolisch), der je nach klimatischen und ökologischen Bedingungen zur Bildung von Flugsanddecken oder zur Dünenbildung führen kann. Die mineralische Zusammensetzung von Sand kann in Abhängigkeit vom Ausgangsgestein stark variieren.

Wichtige Vorkommen

Fluviatile Terrassenablagerungen größerer Flüsse: Rhein (Oberrheintal bis zur Niederrheinischen Bucht), Donau, Main, Elbe (vom Elbsandsteingebirge bis nördlich von Magdeburg). Flussterrassen von Mosel, Weser, Werra, Mulde, Saale, Unstrut, Oder. Eiszeitlich abgelagerte Kiese und Sande: Nord- und Mitteldeutschland, Alpenvorland.

Verwendung, wirtschaftliche Bedeutung

Kiese und Sande sind mengenmäßig die wichtigsten Baurohstoffe. Sie müssen vor der Weiterverwendung meist durch Sortieranlagen für den jeweiligen Verwendungszweck aufbereitet werden. Das Bauwesen verwendet Kies und Sand als Zuschlag für Beton, für den Straßenbau und für Putzmörtel bzw. Estrich. Sande werden überwiegend für Kalksandsteine, Betondachsteine, Mauermörtel und als Spezialsande in der keramischen Industrie eingesetzt. Reine Quarzsande mit einheitlicher Korngröße sind ein wichtiger Rohstoff für die Glasindustrie. Für Gießereisande sind in der Regel feuerfeste Quarzsande unterschiedlicher Feinheit geeignet.


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