Sedimentgesteine - Kalk- / Dolomitstein


Kalksteinbruch mit Kalkwerk (Rheinland-Pfalz)

Definition

Kalk- und Dolomitstein werden zusammen auch als Karbonatgesteine bezeichnet. Während sich Kalkstein hauptsächlich aus Calciumkarbonat (CaCO3) aufbaut, besteht Dolomitstein zu mehr als 90 % aus dem Mineral Dolomit (CaMg(CO3)2). Zwischen diesen beiden „Reinformen“ sind alle Übergänge möglich. Bei einem Calciumkarbonatanteil von mehr als 98,5 % spricht man von „hochreinen“ Kalksteinen, welche in der Natur jedoch relativ selten auftreten. Viel häufiger sind Karbonatgesteine mit einem gewissen Tonanteil. Beträgt dieser über 25 % so wird ein Gestein als Kalkmergelstein, bei über 50 % als Mergelstein bezeichnet.

Entstehung

Kalkstein entsteht in den meisten Fällen im Meer. Hier wird das Calciumkarbonat entweder chemisch aus einer gesättigten Lösung ausgefällt (durch Erwärmung oder Verdunstung von Meerwasser) oder es bildet sich durch den Stoffwechsel von Organismen, z. B. infolge des CO2-Entzugs aus dem Wasser durch Wasserpflanzen. Eine weitere Bildungsweise ist die Ansammlung kalkiger Schalenreste auf dem Meeresgrund sowie die riffbauende Tätigkeit bestimmter Organismen wie Korallen. In warmen Flachmeeren werden so mächtige karbonatische Gesteinsabfolgen abgelagert. Süßwasserkalksteine entstehen in flachen Seen. Die Bildung von Kalkstein auf dem Festland ist heute an Quellen (Sinterkalkstein) oder in Tropfsteinhöhlen zu beobachten. Dolomitstein entsteht häufig durch Reaktion von Porenlösungen mit dem noch unverfestigten Kalkschlamm oder dem festen Kalkstein.

Wichtige Vorkommen

Kalk- und Dolomitsteine: Schwäbisch-Fränkische Alb, Neckar-Gebiet, Unterfranken, Alpen, Nordrand des Bergischen Landes, des Sauerlandes und des Harzes, Saarland, Eifel, Hessisches Bergland, Weserbergland, Harzvorland, Thüringer Becken, Norddeutsche Tiefebene, Gebiet östlich von Berlin. Kalkmergelsteine (zur Zementherstellung): außerdem im Teutoburger Wald, im Münsterländer und im Mainzer Becken. Hochreine Kalksteine: Schwäbische Alb, Rheinisches Schiefergebirge (Lahn-Dill-Gebiet, Eifel), Harz, südliches Schleswig-Holstein. Hochreine Dolomitsteine: Raum Berchtesgaden.

Verwendung, wirtschaftliche Bedeutung

Karbonatgesteine werden für eine Vielzahl wichtiger industrieller Einsatzbereiche verwendet: im Verkehrswegebau, in der Baustoff- und Bauindustrie, der Zementindustrie sowie als Zuschläge für Beton, bei der Wasserreinigung, der Rauchgasentschwefelung in Kraftwerken und der Glasherstellung. Hochreine Kalksteine finden vor allem in der chemischen Industrie sowie der Lebensmittel- und Papierindustrie Verwendung, Dolomitsteine weiterhin in der Feuerfest- und Düngemittelindustrie. Die Verarbeitung zu Werksteinen spielt, außer in Bayern, eine untergeordnete Rolle. Im Bereich der Steine- und Erden-Rohstoffe kommt den Karbonatgesteinen nach den Kiesen und Sanden in Deutschland die größte Bedeutung zu.


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