Energierohstoffe - Torf


Torfgewinnung in Niedersachsen

Definition

Torf ist ein Sediment, das in Mooren unter Luftabschluss aus unvollständig zersetzten pflanzlichen Resten gebildet wird. Ab einem Gehalt an organischer Substanz von 30 % spricht man von Torf. Es werden Niedermoor-und Hochmoortorfe unterschieden, die anhand der in ihnen enthaltenen Großreste, wie Holz, Gräser u. a. benannt werden. Die wirtschaftlich sehr bedeutenden Hochmoortorfe lassen sich zusätzlich durch torfbildende Moose (Sphagnen) bestimmen und werden aufgrund ihres Zersetzungsgrades vereinfacht in so genannten Weiß- und Schwarztorf unterteilt.

Entstehung

Niedermoore können überall dort entstehen, wo hohes Grundwasser ansteht bzw. Wasser sich in Senken oder Tälern sammelt. Hochmoore bilden sich als flache Aufwölbungen im Gelände unabhängig vom Grundwasserspiegel. Sie können dem undurchlässigen Untergrund direkt aufliegen oder auf Niedermooren wachsen. In der Spät- und Nacheiszeit haben sich seit rund 15 000 Jahren Torflager von über 6 m Mächtigkeit aufgebaut.

Wichtige Vorkommen

Niedersachsen (250 000 ha), untergeordnet Schleswig-Holstein, Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen.

Verwendung, wirtschaftliche Bedeutung

Jährlich werden über 8 Mio. m³ Hochmoortorf gewonnen. Hinzu kommen ca. 1 Mio. m³ stark zersetzte Torfe zur Herstellung von Torfaktivkohle, z. B. für Filtermaterial im Umweltschutz. Hochmoortorf ist zur Herstellung von Kultursubstraten für den Erwerbsgartenbau bis heute nicht zu ersetzen. Ein Kubikmeter Substrat dient der Produktion von bis zu 350 000 Jungpflanzen. Dafür werden 60 % der Torfe verwendet und nur etwa 25 % für den Hobbybereich, da beispielsweise in Blumenerden Torf zu einem größeren Prozentsatz durch hochwertige Komposte ersetzt werden kann. Niedermoortorfe werden in verschiedenen Bundesländern in vergleichsweise geringen Mengen vorwiegend für medizinische Zwecke als Heil- und Badetorf gewonnen. Torf wird in Deutschland nur vereinzelt für die Beheizung von Privathaushalten benutzt.


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