Sedimentgesteine - Ton, Tonstein


Kaolingewinnung in Schnaittenbach (Bayern)

Definition

Tone sind plastische, feinkörnige Verwitterungsprodukte von Festgesteinen, die im Wesentlichen aus Tonmineralen (z. B. Kaolinit, Montmorillonit), Quarz, Glimmermineralen und Feldspat bestehen. Bentonite sind Tone, die überwiegend aus Montmorillonit, einem Mineral der Smektitgruppe, bestehen (siehe "Sonstige Industrieminerale"). Tonsteine sind feste, feinkörnige Sedimentgesteine, die die gleiche Mineralzusammensetzung wie Tone haben. Lehme sind aus der chemischen Gesteinsverwitterung hervorgegangene, gelbliche bis bräunliche Sedimente. Sie haben eine sehr variable Mineral- und Korngrößenzusammensetzung von Ton bis Feinsand. Tone und Lehme mit Kalkanteilen von ca. 25 % bis ca. 75 % werden als Mergel bezeichnet. Kaoline sind Verwitterungsprodukte feldspathaltiger Gesteine, die häufig noch die Struktur ihrer Muttergesteine haben. Sie bestehen vor allem aus dem Tonmineral Kaolinit sowie aus Quarz und Feldspat.

Entstehung

Tone: Beim Transport durch fließendes Wasser wird das Verwitterungsmaterial der Festgesteine korngrößenabhängig klassiert und sedimentiert. Die kleinsten Körner werden dabei in Gebieten mit geringer Strömung, wie Seen und Stillwasserbereiche in Flüssen sowie im Meer abgelagert und bilden Tone. Tonsteine entstehen aus Tonen durch Verdichtung und dem Druck darüber liegender Gesteine. Lehme können als Verwitterungsprodukte direkt auf den Festgesteinen oder in ihrer Nähe lagern. Teilweise werden sie auch durch Flüsse (Auelehm) und/oder Gletscher (Geschiebelehm) sowie Wind (Löss) transportiert und abgelagert. Kaoline entstehen bei der tiefgründigen chemischen Verwitterung von Festgesteinen unter subtropischen Klimabedingungen. Dabei wandeln sich Feldspat und Glimmer in Tonminerale (Kaolinit) um. Meist ist der Kaolin durch natürliche Bleichung hell gefärbt.

Wichtige Vorkommen

Tone: Westerwald, Oberlausitz, Oberpfälzer und Bayerischer Wald, Franken, Raum Gießen, Meißner-Region (Niederhessen), Ostthüringen, Westsachsen, Nordostbrandenburg, Mecklenburg-Vorpommern: westlich Greifswald, nördlich Neubrandenburg; Raum Osnabrück, Oldenburger Land, Südniedersachsen, Niederrheinische Bucht.
Tonsteine: Raum zwischen Vogelsberg und Spessart, Odenwald, Kraichgau, Thüringer Becken.
Kaoline: Oberpfalz, Lausitz, Nordwestsachsen, Meißen bei Dresden, Raum Halle, Siegerland. Lehme,
Mergel: sehr viele Vorkommen im gesamten Bundesgebiet.

Verwendung, wirtschaftliche Bedeutung

Tone, Tonsteine, Lehme und Mergel werden als Keramikrohstoff (z. B. für Porzellan, Fliesen, Sanitär- und Feuerfestkeramik, Mauer- und Dachziegel, Klinker, Steinzeugrohre, Steingut) sowie als Dichtungston für Deponien verwendet.
Kaolin dient als Füllstoff für Papier, Kunststoffe, Gummi und Farben, als Füll- und Trägerstoff für Düngemittel, zur Beschichtung von Papier sowie als Keramikrohstoff (z. B. Porzellan, Katalysatorträger in Autos). Weiterhin werden Ton und Kaolin für die Herstellung von Spezialzement, kosmetischen und pharmazeutischen Produkten und Waschmitteln eingesetzt.


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